Corona News zur Business Aviation

Situation:

Im März 2020 brachten die Reisebeschränkungen neben den Airlines auch die Business Aviation nahezu zum erliegen. Rund 80 % weniger Flüge werden in Europa noch durchgeführt und wenn noch geflogen wird handelt es sich um vereinzelte Rücktransporte, Ambulanzflüge, eilige Fracht von medizinischen Mitteln oder diplomatische/politische Flüge. Das fliegen selber wurde nicht verboten und alle größeren Flughäfen kommen Ihrer Betriebspflicht nach. Der Rückgang ist auf das Reiseverhalten der Firmen und Passagiere zurückzuführen. Hier spielen vor allem die allgemeine Reisebeschränkungen der einzelnen Länder, mit nationalen Ausgangssperren, sowie die Ungewissheit bzgl. der Ansteckungsgefahr und die Ungewissheit nach der Rückkehr (ggf. 14 Tage Quarantäne) die größte Rolle. Teilweise haben aber auch die Partnerfirmen, Zulieferer, Tochterfirmen am Reiseziel schlichtweg geschlossen und machen aktuelle Reisen überflüssig.

Die Auswirkungen und Tipps zur Business Aviation haben wir hier für Sie einmal zusammengefasst und versuchen Ihnen auch einen Ausblick zu geben wie es nach der Lockerung der Sanktionen weiter gehen wird: 

Wie fliegen/reisen Sie nach Corona ?


Steht Ihr Flugzeug bedingt durch die Krise am Boden ? 

Droht Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenz?


Sicheres Reisen in der Zukunft


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Wertvolle Tipps für Flugzeugeigentümer

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Notwendiger Zwangsverkauf in der Krise 

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In dieser Grafik finden Sie die die Anzahl der innereuropäischen Geschäftsreiseflüge vor einem Jahr (dunkelgrüne Linie) und der Hellgrüne Bereich zeigt die aktuellen Flüge und den Verlauf in 2020:
Business Jet Aktivität 2019 / 2020

Auswirkung auf Hersteller bzw. Neuflugzeuge 
Die Auswirkungen der Corona Krise wird die Hersteller = die Produktion von Neuflugzeugen vorübergehend am härtesten treffen. Derzeit sind weltweit 22.474 Businessjets und 15.753 Turboprops = 38.227 Geschäftsreiseflugzeuge im Einsatz.
Die Frage die sich stellt ist, wie viele Flugzeuge benötigt der Markt nach der Krise und ist eine Sättigung erreicht oder werden weitere Flugzeuge benötigt? 
Dagegen spricht die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen und auch deren interne firmenpolitische Situation (ggf. Stellenabbau, Einsparungen...) in welcher sich die Neuanschaffung eines teuren Businessjets in den nächsten 1-2 Jahren sicherlich nur schwer rechtfertigen lässt.
Dafür spricht das Alter der Flotte und so gilt es etliche, in die Jahre gekommenen, Businessjets zu ersetzten. Unwirtschaftlichkeit (Kerosinverbrauch), hohe Lärmwerte und teuere oder nicht mehr lieferbare Ersatzteile bei den Jets aus den 80er und 90er Jahren verlangen den Austausch durch neue, wirtschaftlichen und innovativen kleinen Jets. Dieser Prozess wird sich sicherlich verlangsamen und so wird der ein oder andere potentielle Käufer den Kauf um 1-2 Jahren nach hinten verschieben oder auf eine junge gebrauchte Maschine zurückgreifen.

Was ist anders im Vergleich zur Finanzkrise 2008/2009 ?

Ähnlich wie der Immobilien und Finanzmarkt war auch der Flugzeugmarkt in 2008/2009 völlig überhitzt und bedingt durch die hohe Nachfrage und lange Lieferzeiten wurden gebrauchte Flugzeuge über Neupreis gehandelt und Neuflugzeuge nach Auslieferung mit Prämien weit über Neupreis weiterverkauft. 
Diese Situation haben wir dieses Mal nicht, sondern nach diesem drastischen Preissturz / Wertregulierung in 2009 wurden die Flugzeugwerte jährlich analog zu anderen wirtschaftlichen Gütern (Beförderungsmittel) fortlaufend dem Alter und Stunden angepasst und abgeschrieben. Auch die Angebot und Nachfrage war in den letzten Jahren ausgeglichen. Daher ist davon auszugehen, dass wir in dieser Krise ein Szenario wie 2008/2009 nicht erleben werden sondern die Werte sich überwiegend stabil weiter entwickeln werden. Vorausgesetzt der Shutdown dauert nicht zu lange und die Firmen behalten Ihre Flugzeuge um nach der Krise weiter fliegen zu können.

Wie sieht Reisen/Fliegen nach dem Shutdown aus ?

Viele Unternehmen und Geschäftsreisende haben vor der Krise die Linie / Airlines genutzt. Sicherlich werden diese Ihr Streckennetz nur langsam wieder hochfahren können und einzelne Verbindungen werden gar nicht mehr oder nur noch wenig angeflogen werden oder ganz wegfallen. Die Ticketkosten werden sich deutlich verteuern. Große Warteräume, der enge Finger zum Einsteigen oder auch die Frage mit wem sitze ich in dem Flieger wird gerade zu Beginn eine weitere Rolle spielen. 
Kleine Jets in welchen nur der Chef mit seinen bekannten 1-2 Mitarbeitern sitzt, welcher idealerweise vor dem Einsatz desinfiziert wurde, der direkte Weg zum Flugzeug durch ein kleines Terminal mit wenig Kontakt und der Direktflug termingenau ans Ziel, ohne Taxi und Hotelübernachtung werden zumindest einen kurzfristigen Boom der kleinen Jets auslösen und so werden gerade die Charterflüge und auch die Nachfrage nach gebrauchten kleinen Jets und Turboprops deutlich zunehmen. Es bleibt zu hoffen dass diese kleinen Taxiunternehmen nach der Krise noch existent sind, da es hier sicherlich keine Staatshilfe in Form von Beteiligungen geben wird. Was sicher ist, der Bedarf wird da sein, da die Wirtschaft und Industrie etliches nachzuholen und nach der Krise neu abzustimmen hat und hier werden als Instrument gerade die kleinen flexiblen Jets eine sehr wichtige Rolle für den wirtschaftlichen Aufschwung spielen.      

Flugbewegungen (Businessjets) vor und während den "Covid-19 Restrictions" in Europa: